Zwischen Zahnbürste und Zielsprint – Der JSV Eilenburg auf großer Fahrt


Am Samstag, dem 21. Juni, fanden sich Ur- und Neugesteine sowie Kinder des JSV Eilenburg zusammen, um den Herausforderungen der Mulde zu trotzen. Der Ausflug war als eine etwa 6-stündige Bootsfahrt auf der Mulde bzw. dem Mühlgraben geplant. Treffpunkt war eine Bootseinstiegstelle in Wurzen, die sich jedoch für einige von uns als schwer auffindbar herausstellte.
Mein Wecker schlug 7:30 Uhr Alarm. Obwohl ich wegen der sich anbahnenden Sommerhitze sehr schlecht geschlafen hatte, war ich hochmotiviert in den Tag zu starten. Unsere Fahrgemeinschaft bis nach Wurzen bestand aus mir, meinem Fahrer und Freund, Fabienne, Frieda und Sören. Wir starteten pünktlich eine Stunde vor Treff in Wurzen. Zunächst waren wir sehr gut im Zeitplan, nachdem wir Fabienne und Frieda eingesammelt hatten. Sören war der letzte Kandidat in der Runde und bummelte mal wieder tüchtig rum. Was sich für uns wie eine Ewigkeit anfühlte, vor seiner Haustür zu warten, stellte sich als Sörens Zahnputzzeit heraus. Mit frisch geputzten Beißerchen und einem Erfrischungsgetränk in der Hand fuhren wir los. Allerdings sollte es das noch nicht gewesen sein, denn wir mussten noch einmal umkehren, um zu überprüfen, ob Sören seinen Hausstand auch wirklich akkurat verlassen hatte. Nachdem das gecheckt war, konnte es nun endlich losgehen – diesmal wirklich! In Wurzen stellten wir schließlich fest, dass wir keinen Dunst hatten, wo sich die Anlegestelle für die Boote eigentlich befand. Als wir Friedas Vorschlag, in einen Waldweg einzubiegen, der 10 Meter vor uns durch einen Zaun versperrt war, abgelehnt hatten, gelang es uns gemeinsam doch noch den richtigen Weg zu finden. Wir hatten es sogar pünktlich zum Treffpunkt geschafft – yippie!
Der Coach und alle Anderen erwarteten uns schon sehnsüchtig. Nach einer Begrüßungsrunde und den motivierenden Einweisungsworten des Organisators beförderten wir die zwei 10-Mann-Boote ins Muldenwasser. Die Gruppen für die Boote waren gut durchmischt mit Jung und Älter und Groß und Klein. Die Bootstour fing rasant an, indem wir uns ein Wettrennen lieferten. Die Jüngeren in der Runde hatten sich entsprechend vorbereitet: Mit Wasserpistolen in der Hand näherte sich ihr Boot dem Vorderen. Natürlich ließen wir uns die Dusche nicht ohne Weiteres gefallen, schließlich waren die Paddel ja dafür da, Wassermassen zu befördern. Nach einiger Zeit auf dem Wasser wurde es ruhiger, der Proviant immer weniger und die Mittagshitze stieg. Wer da keine Sonnencreme nachtrug oder schon so sehr vorgebräunt war wie unser Coach, hatte längst verloren. Mit der Zeit wurde die Luft im Kopf auch immer dünner, so waren wir froh, als wir auf den Mühlgraben hinüberschipperten. Durch den dichten Bewuchs an den Seiten des Flusses fuhren wir endlich im Schatten. Weil sich der Mühlgraben als ein schwieriges Unterfangen erwies, ergriff Jörn die Gelegenheit, das Steuern zu übernehmen. Mit lautem Gebrüll motivierte er uns, ordentlich mitzupaddeln. Die Enge des Mühlgrabens führte dazu, dass wir hin und wieder aneckten. Einige Male mussten wir uns ducken, um den herabhängenden Ästen zu entgehen. Die Herausforderungen hielten unser Boot eine Weile davon ab, darüber nachzudenken, wo denn eigentlich das zweite Boot mit den hässlichen Schwestern Karsten und Torsten abgebleiben war? Sie hatten anscheinend die Wellen und Wogen des gefährlichen Gewässers besser unter Kontrolle, denn sie waren uns weit voraus. Auf den letzten Metern vor unserem Ziel wartete ihr Boot auf Unseres. Mit hämischem Grinsen schaute die 10er Gruppe uns entgegen – immerhin waren sie alle so freundlich auf uns zu warten, sodass wir letztendlich doch noch zusammen an der Anlegestelle in Eilenburg ausstiegen. Halb durstig, halb müde, aber doch zufrieden verabschiedeten wir uns vorerst und kehrten nach Hause zurück.
Den rasanten Tag ließen wir anschließend mit einem Grillerchen bei unserem Vorbild, dem Coach, ausklingen.
Ein herzliches Dankeschön für diesen wahnsinnig tollen Vereinstag an die Organisatoren und Teilnehmer! Bis zum nächsten Mal!
Leonie Erlebach
